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Was ist sexualisierte Gewalt?

In der Öffentlichkeit tauchen immer wieder unterschiedliche Begrifflichkeiten auf, die die verschiedenartigen Erscheinungsformen von sexualisieter Gewalt beschreiben sollen. Dabei ist oftmals auch von sexuellen Übergriffen, Kindesmissbrauch, sexuellem Missbrauch, sexueller Nötigung oder Vergewaltigung die Rede. In der Fachwelt hat sich der Begriff der sexualisierten Gewalt durchgesetzt und kann als Oberbegriff für die verschiedenen Handlungen bezeichnet werden, die Machtausübung, Zwang oder erzwungene Nähe eines Menschen mit Mitteln der Sexualität zur Folge haben.

Der Begriff der sexualisierten Gewalt umfasst dabei aber auch Handlungen, die rechtlich zwar nicht bedeutsam sein können, im Sport und darüber hinaus jedoch ebenfalls Berücksichtigung finden müssen. Hierzu zählen beispielsweise sexualisierte Übergriffe durch Gesten, Witze und Bilder aber auch anzügliche Bemerkungen. Erscheinungsformen von sexualisierter Gewalt sind vielschichtig und sollten in jedem Falle immer ernst genommen werden. Auf unseren Seiten findest Du hilfreiche Informationen und Ansprechpartner*innen, die Dir bei Fragen und Problemen zur Seite stehen. Auch haben wir für Dich die Beratungsstellen in Südbaden zusammengefasst. Hier kannst Du Dich auch direkt hinwenden, wenn Du in einem Fall von sexualisierter Gewalt Hilfe benötigst.

                                                                                  

Hilf mit & schütze Kinder und Jugendliche im Sport!

Mögliche Anzeichen und Erscheinungsformen sexualisierter Gewalt im Sport

Erscheinungsformen sexualisierter Gewalt im Sport können sein:

  • verbale Übergriffe, z.B. durch anzügliche Bemerkungen
  • sexistische Aussagen
  • nonverbale Übergriffe, z.B. durch Gesten und Blicke
  • als Versehen getarnte Berührungen (u.a. im Intimbereich)
  • Verletzungen der Intimsphäre, wie z.B. in der Umkleidekabine oder Dusche
  • Fotografien in Umkleiden oder Duschen
  • die persönlichen Grenzen überschreitenden Gespräche über Sexualität

Mögliche Anzeichen sexualisierter Gewalt im Sport:

Eindeutige körperliche oder psychische Anzeichen, die auf sexualisierte Gewalt hindeuten könnten, gibt es nicht. Es können aber Veränderungen bzw. Verhaltensauffälligkeiten bei Sportler*innen wahrgenommen werden, die auf jeden Fall ernst zu nehmen sind.

Eventuelle Verhaltensänderungen des Kindes/Jugendlichen:

  • Ängstlichkeit
  • Leistungsabfall
  • Plötzliche Interesselosigkeit
  • Rückzugstendenzen/passives Verhalten
  • Stimmungsschwankungen/emotionale Ausbrüche
  • sexualisiertes Verhalten
  • Gewalttätigkeit
  • Konzentrationsschwäche/Ruhelosigkeit/Nervosität

Wenn Du in Deiner Trainingsgruppe solche Anzeichen oder Verhaltensänderungen wahrnimmst, tausche Dich mit einem*r Kolleg*in oder Eurem*Eurer Ansprechpartner*in im Verein aus, und/oder wende Dich an Fachleute. Auch wir beraten und begleiten Dich gerne und vermitteln Dich an die richtigen Kontaktstellen. Nachfolgend kannst Du Dich informieren, mit welchen Maßnahmen Du Kinder und Jugendliche stärken und einer Entwicklung von sexualisierter Gewalt in Deinem Verein entgegengewirkt werden kannst.

Präventionsmöglichkeiten von sexualisierter Gewalt im Sport

Unter Prävention versteht man alle vorbeugenden Maßnahmen, die einer Entwicklung sexualisierter Gewalt entgegenwirken sollen. Ziel präventiver Maßnahmen im Sport sollte es sein, Kinder und Jugendliche so zu stärken, dass sie sich gegen sexualisierte Gewalt wehren bzw. Hilfe in Anspruch nehmen können. Präventionsmaßnahmen sollten fest in das Vereinsleben und die tägliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen integriert sein. Wichtig ist dabei, dass den Sportler*innen eine Grundhaltung vermittelt wird, die u.a. Folgendes beinhaltet:

  • Dein Körper gehört Dir!
  • Deine Gefühle sind wichtig! Achte auf sie!
  • Nehme dich ernst, wenn Dir etwas komisch vorkommt!
  • Hilfe holen ist kein Verrat, sondern mutig!
  • Nein heißt Nein und muss von Anderen respektiert werden!
  • Schlechte Geheimnisse darf man weitererzählen!

Sportvereine können die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen schützen, indem sie das Problem sexualisierte Gewalt in ihrem Umfeld thematisieren. Institutionen, in denen jegliche Formen sexualisierter Gewalt kein Tabuthema sind, werden von möglichen Täter*innen eher gemieden werden. Ein sicheres Umfeld, in dem die persönlichen Grenzen geachtet werden, eine Auseinandersetzung über Grenzverletzungen möglich ist und jede Form von Gewalt geächtet wird, ist optimale Voraussetzung für ein gewaltfreies Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen. Dabei ist es hilfreich, Kinder und Jugendliche über ihre Rechte aufzuklären. Wir haben hierzu beispielsweise einen Rechtepass „Kinderrechte in unserem Verein“ entwickelt. Du kannst diesen bei uns bestellen

Wirksame Prävention im Sportverein

Präventive Maßnahmen im Sport

Sportvereine können verschiedene präventive Maßnahmen schaffen, durch die Sportler*innen vor sexualisierter Gewalt geschützt werden können. Darunter fallen:

  • Streben Sie einen offensiven Umgang mit dem Thema sexualisierte Gewalt im Sport an
  • Sensibilisieren Sie Ihre Vereinsmitarbeiter*innen und Trainer*innen für die Thematik sexualisierte Gewalt im Sport
  • Erarbeiten Sie einen Verhaltens- bzw. Ehrenkodex, der u.a. die besonderen Gefährdungen von sexualisierter Gewalt im Sport benennt
  • Verpflichten Sie alle Trainer*innen und Übungsleiter*innen, die mit Kindern und Jugendlichen im Sportverein arbeiten, einen Verhaltens- bzw. Ehrenkodex zu unterschreiben (Dieser sollte Bestandteil jedes Übungsleiter*innen-Vertrages sein.)
  • Sportler*innen unterschreiben eine gemeinsame Vereinbarung, die ein respektvolles und aufmerksames Miteinander regeln (ein exemplarisches Muster können Sie hier einsehen)
  • Benenne eine Vertrauensperson in Deinem Verein, die bei Bedarf Kontakt zur bsj oder einer externen Fach- und Beratungsstelle vor Ort herstellen kann
  • Ermögliche allen Vereinsebenen, also Vereinsmitarbeiter*innen, Trainer*innen, Eltern, Jugendlichen und Kindern die Teilnahme an Informations- und Präventionsveranstaltungen
  • Besuche gerne unsere Fort- und Weiterbildungsangebote oder der Fach- und Beratungsstellen
  • Empfehle Deinem Jugend-/Vereinsvorstand, eine Anti-Gewalt-Erklärung in die Vereinssatzung und/oder Jugendordnung aufzunehmen (vgl. hierzu unsere Jugendordnung)
     

Weitere Informationen zum Kinder- & Jugendschutz im Sport