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Kinderschutz im Sportverein

Sportvereine tragen eine besondere Verantwortung für das Wohl und die Entwicklung der anvertrauten Kinder und Jugendlichen. Auf dieser Seite findest Du praxisnahe Informationen, konkrete Hilfestellungen und wertvolle Tipps, wie Du aktiv zum Kinderschutz in deinem Sportverein beitragen kannst. 

Ansprechpersonen

Marcel Drayer
Bildungsreferent Schutz vor Gewalt
Svenja Graebling
Bildungsreferentin Schutz vor Gewalt

Der Badische Sportbund Freiburg e. V. und die Badische Sportjugend Freiburg verurteilen alle Formen von Gewalt aufs Schärfste und bieten für Sportvereine und -verbände umfassende kostenfreie Unterstützungsangebote an. Dabei werden insbesondere Inhalte der Prävention interpersonaler Gewalt im Sport, rechtliche Grundlagen für die Vereinsarbeit und praxisnahe Tipps vermittelt.

Für Vorfälle oder bei Verdachtsfällen steht Ihnen unser Schutzteam zur Verfügung. Wir sehen uns in der Vermittlungsrolle und leiten Betroffene mit konkreten Fällen der Intervention an Anlaufstellen weiter.

Auf Landesebene arbeiten wir gemeinsam unter dem Dach des Landessportverband Baden-Württemberg e. V. mit seinen Jugendorganisationen, den Baden-Württembergischen Sportjugenden zusammen, um sich gegen interpersonale Gewalt im Sport zu positionieren und präventive Maßnahmen in die Wege zu leiten.

Marcel Drayer
Schutzteam | Leitung und Orga
Svenja Graebling
Schutzteam | Bildungsstandort
Florian Meyer
Schutzteam | Unterstützung vor Ort
Schutz braucht Klarheit – hier informieren.

Unser Präventions- und Schutzkonzept

Unser Schutzkonzept gibt einen Überblick über Verantwortlichkeiten und besteht aus den beiden Hauptaspekten Prävention und Intervention. Ihm zugrunde liegt ein ganzheitlicher, sportbundübergreifender und partizipativer Ansatz. Ziel ist es, eine Kultur des Hinsehens und Handelns zu fördern und allen Beteiligten Hilfestellungen bei Fragen zum Kinder- und Jugendschutz sowie bei Verdachtsfällen Handlungssicherheit geben zu können. 

Es wird regelmäßig überprüft und angepasst, um Aktualität zu gewährleisten und den gesellschaftlichen Herausforderungen dynamisch zu begegnen. Wir orientieren uns an den Qualitätskriterien des Landes Baden-Württemberg zur Entwicklung und Umsetzung unseres Schutzkonzeptes.

Jetzt Schutzkonzept kennenlernen

Prävention

Wirksame Prävention im Sportverein

Unter Prävention versteht man alle vorbeugenden Maßnahmen, die einer Entwicklung von Gewalt entgegenwirken sollen. Ziel präventiver Maßnahmen im Sport sollte es sein, Kinder und Jugendliche so zu stärken, dass sie sich gegen jede Form der Gewalt wehren bzw. Hilfe in Anspruch nehmen können. Präventionsmaßnahmen sollten fest in das Vereinsleben und die tägliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen integriert sein. Wichtig ist dabei, dass den Sportler*innen eine Grundhaltung vermittelt wird, die u. a. Folgendes beinhaltet:

  • Dein Körper gehört Dir!
  • Deine Gefühle sind wichtig! Achte auf sie!
  • Nehme dich ernst, wenn Dir etwas komisch vorkommt!
  • Hilfe holen ist kein Verrat, sondern mutig!
  • Nein heißt Nein und muss von Anderen respektiert werden!
  • Schlechte Geheimnisse darf man weitererzählen!
Herzstück
Das Herzstück: Schutz, Orientierung und Sicherheit für alle Beteiligten.

Das Schutzkonzept ist das Herzstück unserer Arbeit. Pädagogisches Handeln in Vereinen und Verbänden mit Kindern und Jugendlichen bewegt sich immer in einem sensiblen Vertrauensraum. Dabei stehen drei Bereiche in enger Beziehung zueinander: die Teilnehmenden, die Mitarbeitenden im Haupt-, Neben- und Ehrenamt sowie das jeweilige Vereins- oder Verbandsangebot.

Damit dieser Raum sicher und verlässlich bleibt, müssen alle drei Bereiche gleichermaßen geschützt werden. Genau hier setzt das Schutzkonzept an: 
Es schafft Orientierung, gibt Handlungssicherheit und definiert einen klaren Rahmen für das gemeinsame Miteinander. So schützt es Kinder und Jugendliche ebenso wie alle Mitarbeitenden und stärkt zugleich die Qualität des Angebots.

Ein Schutzkonzept ist dabei mehr als ein Regelwerk. Es steht für eine gelebte Haltung – für Verantwortung, Achtsamkeit und einen respektvollen Umgang miteinander.

Was sind Formen der interpersonalen Gewalt?

Vernachlässigung

Bei der Vernachlässigung sind in erster Linie Minderjährige betroffen. Dies bedeutet, dass die grundlegenden physischen und psychischen Bedürfnisse der Sportler*innen nicht erfüllt werden. Zuwendung, Versorgung und Sicherheit sind besondere Bedürfnisse. Verhaltensweisen, die diese Bedürfnisse vernachlässigen, können langanhaltende Auswirkungen auf ihre Gesundheit und Entwicklung haben. Beispiele für den Sport sind: Sportler*innen werden extremen Witterungsbedingungen, einem unnötigen Verletzungsrisiko ausgesetzt oder erhalten mangelnde Ausrüstung, Essen oder Flüssigkeitszufuhr. Eine Form ist die Mangelnde Beaufsichtigung.

Psychische Gewalt

Psychische Gewalt oder auch emotionale Gewalt bezeichnet Handlungen, welche die psychische, mentale oder soziale Gesundheit oder Entwicklung der Sportler*innen beeinträchtigen. Dazu zählen nicht-körperliche Handlungsweisen wie Herabwürdigen, Beschimpfen, Verspotten, Bloßstellen, Drohen, Erpressen, Stalking und Mobbing. Auch das Abverlangen von unrealistischen Leistungen oder "Unter-Druck-setzen" von Sportler*innen gehört insbesondere im Sport dazu. Es kommt hierbei durch einen gezielten Kontroll- und Machtgewinn zu Angriffen auf die Selbstsicherheit und das Selbstbewusstsein der betroffenen Sportler*innen.

Physische Gewalt

Physische oder auch körperliche Gewalt genannt, sind einzelne oder widerholte Handlungen, die eine tatsächliche oder potentielle physische Schädigung bei den Betroffenen hervorrufen. Für den Sport lassen sich hierunter Gewaltanwendungen, die nicht unmittelbar im Vollzug einer Sportart, jedoch im Kontext Sport - etwa am Spielfeldrand oder in der Umkleide etc. stattfinden fassen. Dies sind alle Formen von Misshandlungen: Schlagen, Schütteln, Stoßen, Treten, Boxen, mit Gegenständen werfen, an den Haaren ziehen, mit dem Kopf gegen die Wand schlagen, mit den Fäusten oder Gegenständen prügeln, (mit Zigaretten) verbrennen, Attacken mit Waffen usw. bis hin zum Mordversuch oder Mord.

Sexualisierte Gewalt

Sexualisierte Gewalt wird als Oberbegriff für verschiedene Formen der Machtausübung mit dem Mittel der Sexualität verstanden. Die Spannweite der Handlungen reicht von unabsichtlichen subjektiven Grenzverletzungen über absichtliche Übergriffe bis hin zu strafrechtlich relevanten Handlungen. "Sexualisierte Gewalt, ist jede sexuelle Handlung, die an oder vor Mädchen oder Jungen gegen deren Willen vorgenommen wird oder der sie aufgrund körperlicher, seelischer, geistiger oder sprachlicher Unterlegenheit nicht wissentlich zustimmen können. Die Verursachenden nutzen dabei Ihre Macht- und Autoritätsposition aus, um eigene Bedürfnisse auf Kosten des Kindes zu befriedigen." (vgl. UBSKM).

Konstellationen der Gewaltformen im Sport

Gewalt wird durch eine Person, die nicht in im Sportverein tätig ist verübt. Übungsleitende werden als Vertrauenspersonen gesehen. Die Unabhängige Beauftragte (UBSKM) geht von ein bis zwei betroffenen Kindern pro Schulklasse aus.

Gewalt wird durch eine ehren- oder hauptamtliche Person im Sportverein verübt. Dabei können auch mehrere Gewaltformen gleichzeitig angewandt werden. Psychische Gewalt wird dabei am häufigsten verübt.

Gewaltformen finden auch zwischen Kindern und Jugendlichen statt. Ein Großteil von sexualisierter Gewalt mit Medieneinsatz geht von Jugendlichen und jugen Erwachsenen aus.

Digitale Gewalt umfasst belästigende, manipulative oder grenzverletzende Handlungen über digitale Medien, wie Social Media oder Messenger-Dienste. Sie kann das Vertrauen der Betroffenen stark beeinträchtigen.

Warum ein Schutzkonzept im Sportverein wichtig ist

Ein Schutzkonzept ist weit mehr als ein Dokument – es ist die gelebte Verantwortung eines Vereins, präventiv für ein sicheres Umfeld zu sorgen. 

Grundlage dafür bildet eine fundierte Risiko- und Potential-Analyse, aus der gezielte Maßnahmen entwickelt werden, um Gefahren zu minimieren oder vollständig zu beseitigen. Es geht darum, Sicherheit im Vereinsalltag zu verankern und eine Kultur des Respekts und des Schutzes zu schaffen.

Wir vergleichen die Entwicklung eines Schutzkonzepts mit dem Bau eines Hauses: Es entsteht nicht über Nacht und ist niemals in Stein gemeißelt. 

Jeder Baustein des Konzepts ist flexibel und kann angepasst oder optimiert werden. Auch wenn es für Sportvereine derzeit keine gesetzliche Verpflichtung zur Umsetzung gibt, liegt es in der Verantwortung der Sportvereine, die richtigen Maßnahmen zu wählen und regelmäßig zu überprüfen.

Unterstützungsangebote

Schutzkonzeptberatung für eine sichere Vereinsstruktur

Die Sportvereine und Sportverbände sollen mit Hilfe von Schutzkonzeptberatungen ein eigenes, individuelles und passgenaues Schutzkonzept entwickeln. Wir orientieren uns bei der Entwicklung, Implementierung und regelmäßigen Weiterentwicklung unserer Schutzkonzepte sowie bei der Unterstützung unserer angeschlossenen Strukturen an den Qualitätskriterien des Landes Baden-Württemberg.

Welche Bestandteile gehören zur Schutzkonzeptentwicklung?

 

Kostenfreie Schulungen für Sportvereine

Unsere kostenfreien Schulungen bieten das nötige Know-how, um präventive Maßnahmen zu ergreifen und im Ernstfall angemessen reagieren zu können. Dabei stehen wir nicht nur mit unserem fachlichen Wissen zur Seite, sondern auch mit einem starken Netzwerk an Experten. 

Schulungsinhalte

  • Meinungsbarometer [Situationsbeschreibungen]
  • Nähe & Distanz
  • Grundlagen [Definitionen, Gewaltformen, Konstellationen, etc.]
  • Präventionsbausteine und Verständnis eines Schutzkonzeptes
  • Verdachtsfall [Dokumentation, etc.]
  • Externe (Fach-)Beratungsstellen 

Vereinsschulungen können jederzeit über die Mail-Adresse angefragt werden:

kinderschutz(at)bsj-freiburg.de

"Schutzschild im und für den Sport"

Mit dem „Schutzschild im und für den Sport“ möchten wir die Verantwortungsübernahme und wertvolle Arbeit unserer Sportvereine und -verbände sichtbar machen. Diese erhalten nach Umsetzung der fünf Mindestmaßnahmen die Auszeichnung für zwei Jahre verliehen. Die Umsetzung ist jedoch als Prozess vorgesehen, sodass für eine erneute Verleihung weitere Maßnahmen erforderlich sind.

Mehr Informationen zum “Schutzschild im und für den Sport”

Flyer und Informationsbroschüren

Cover der Schutz vor Gewalt-Broschüre

Cover der Schutz vor Gewalt-Broschüre in Leichter Sprache

Cover der Kinderrechtepass-Broschüre

Cover der Aufsichtspflicht-Broschüre

Intervention & Beratung

Was tun, wenn doch etwas passiert?

Vorfälle von Gewalt im Sportverein oder -verband können trotz Schutzkonzept nicht gänzlich verhindert werden. Es ist daher entscheidend, dass Vereine oder Verbände bei Verdachtsfällen von Kindeswohlgefährdung angemessen reagieren. Es ist nicht erforderlich, dass Personen in Sportvereinen Fachexperten im Umgang mit Interventionsfällen sind. Sie sollten jedoch ihrer Verantwortung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen gerecht werden, um interpersonale Gewalt zu verhindern. Auch wenn solche Vorfälle Emotionen wie Wut oder Hilflosigkeit auslösen können, ist es wichtig, ruhig zu bleiben.

Du kannst Dich an uns wenden, wenn Du Informationen oder konkrete Hilfe bei Vorkommnissen von interpersonaler Gewalt benötigst. Doch auch unser Fachwissen ist begrenzt. Wir übernehmen keine Aufklärungsarbeit von Verdachtsfällen innerhalb der Vereine oder Verbände, sondern beraten Dich bei allen Anliegen der Präventionsarbeit. 

Kinderschutz(at)bsj-freiburg.de

Anlaufstellen

Bei Bedarf vermitteln wir Dich an externe Anlaufstellen in unserem Einzugsgebiet. Diese bieten neben einer ersten Beratung auch weitere Präventions- und Interventionsangebote an. Im Folgenden findest Du unsere Kooperationspartner, die Dich unterstützen können.

Kontakt

Wildwasser e.V. – Beratung und Information für Mädchen und Frauen
Basler Straße 8,
79100 Freiburg im Breisgau

Kontakt

Wendepunkt e.V. – Fachstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen
Talstraße 4,
79102 Freiburg im Breisgau

Kontakt

Frauenhorizonte – gegen sexuelle Gewalt e.V.
Basler Straße 8,
79100 Freiburg im Breisgau

Kontakt

Aufschrei! Ortenauer Verein gegen sex. Gewalt an Kindern und Erwachsenen e.V.
Hindenburgstraße 28,
77654 Offenburg

Kontakt

Feuervogel Rastatt e.V.  – Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend
Herrenstraße 21,
76437 Rastatt

Kontakt

Grauzone e.V. – Hilfe bei sexueller Gewalt
Mühlenstraße 42,
78166 Donaueschingen

 

Unabhängige Ansprechstelle
für Betroffene sexualisierter, psychischer und physischer Gewalt im Sport.

Tel. 0800 11 222 00

https://www.ansprechstelle-safe-sport.de

Aufsichtspflicht

Bestimmt ist Dein Ziel, dass Minderjährige in Freizeiten, bei Vereinsreisen oder im wöchentlichen Training positive Erlebnisse haben und einfach eine tolle Zeit miteinander verbringen. In der Regel ist das auch genau so. Doch manchmal gibt es Herausforderungen, die von Dir als Verantwortungs- bzw. Betreuungsperson Lösungen einfordern. Mit unserer Broschüre und Weiterbildungen wollen wir Dir helfen, Lösungsmöglichkeiten zu finden und Dich beraten, wenn Du Verantwortung für eine Gruppe übernimmst. In unseren Aus- und Weiterbildungen merken wir immer wieder, dass es durchaus Unsicherheiten bei diesem Thema gibt.

Die in unseren Broschüren enthaltenen Informationen, sind als nicht rechtlich verbindliche Empfehlungen für die sportliche Vereinsarbeit zu verstehen. Bei weiteren Fragen zur Thematik, kontaktiere uns gerne auf der Geschäftsstelle.

 

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